(404) ANIMUS KLUB im FENIX MAGAZIN


Alexander Höfer gab dem FENIX-MAGAZIN – der größten Kroatischen Monatszeitung – ein Interview über die Jugendarbeit des ANIMUS KLUBS!

Ende November 2016 erhielt unser erster Vorsitzender via Facebook eine Anfrage des RNZ-Mitarbeiters Alexander Nauze. Herr Nauze wollte sich mit ihm kurzfristig treffen, und ihn über die Jugendarbeit des ANIMUS KLUBS interviewen, weil die RNZ zum damaligen Zeitpunkt eine Reihe über interessante Freizeitklubs plante. Dieses Interviewgesuch überraschte unseren Vorsitzenden sehr, zumal sich die RNZ in der Vergangenheit nicht wirklich für unsere Jugendarbeit interessierte. Sämtliche, mit Ausnahme eines Nachrufs, von der Bammentaler Elsenztalschule eingereichten Artikel über unsere gemeinsamen Interviews mit Künstlern wie BLACK, HELLOWEEN, HARTMUT ENGLER oder auch PUR wurden von der Redaktion nicht berücksichtigt.

BLACK HELLOWEEN Hartmut Engler PUR

Zusätzlich ließ uns die Redaktion seinerzeit in ihrem Artikel über das Mannheimer Willkommensfest für Flüchtlinge, das wir zusammen mit Fouzia Hammoud von der Arabischen Schule als Hauptorganisator durchführten, gerade mal die Ehre einer Randnotizerwähnung zukommen. Dementsprechend skeptisch war unser erster Vorsitzender, als er diesem Interview zustimmte. 

Die bestehende Skepsis sollte sich alsbald schon bewahrheiten, denn am Vormittag des geplanten Interviews erhielt er von Herrn Nauze eine Nachricht mit folgendem Text:

„Herr Höfer. Ich habe mich soeben nochmals mit der rnz auseinander gesetzt und diese teilten mir mit, dass sie solch einen Artikel leider nicht annehmen, da sie nicht bekannt genug sein also ihr Klub. Es tut mir sehr leid dass es zu unserem Treffen nicht mehr kommen wird. Mfg Alexander Nauze“ 

(?!?)

 

Umso geehrter fühlte sich unser erster Vorsitzender, als er Anfang April einen Anruf von der Chefredakteurin Marijana Dokoza vom FENIX-MAGAZIN bekam. Das FENIX-MAGAZIN ist die größte Kroatische Monatszeitung im Ausland und hat derzeit eine Auflage von rund 700.000 Einheiten.

Die Chefredakteurin und Schriftstellerin war bei ihrer Buchpräsentation „Grijesi“, zu Deutsch „Sünden“ in Mannheim auf die Jugend- und Kulturarbeit unseres ersten Vorsitzenden aufmerksam geworden. Da sich diese Arbeit vor allem durch ihre Sichtbarkeit und ihre besonderen Angebote für Kinder und Jugendliche sehr stark von den ihr bisher bekannten Jugendarbeiten in der Rhein-Main-Region unterscheidet, wollte die Chefredakteurin darüber einen Artikel schreiben, und lud unseren Vorsitzenden Mitte April zu sich nach Mainz ein.

Gut zwei Stunden unterhielt sich Alexander Höfer mit Marijana Dokoza und beantwortete auf Kroatisch ihre Fragen, berichtete über seine – bzw. unsere Jugendarbeit, und seine augenblickliche soziale Situation. Das große Schicksal arbeitslos zu sein, um seinen Beruf als Sozialpädagoge im Jugendbereich wirklich ausüben zu können, beeindruckte die Chefredakteurin sehr.

Dementsprechend erschien dann in der ersten Maiwoche im FENIX-MAGZIN ein Exklusivbericht über unsere Jugendarbeit. Nach nunmehr vier Jahren, und rund 400 Berichten über große Projekte, die Kinder und Jugendliche vor allem in den Bereichen Bildung und Wissenschaft, Kunst und Kultur, Musik und Literatur, Theater und Schauspiel, Sport und Bewegung, sowie Natur und Umwelt fördern, und ihnen nicht zu Letzt auch noch die Möglichkeit bietet ganz große Persönlichkeiten kennenzulernen und besondere Momente zu erleben, sowie mehr als 900.000 Webseitenbesuchern (!), ist es einerseits zwar erstaunlich, andererseits aber leider auch bezeichnend für die aktuelle Situation in Deutschland, dass das Kroatische FENIX-MAGAZIN – also eine ausländische Zeitung – die erste ist, die sich für unsere Jugendarbeit interessiert und ausführlich über sie berichtet.

Eine ganze Seite ihrer Monatszeitung hat die Chefredakteurin unserer Arbeit gewidmet, und dafür möchten wir an dieser Stelle ganz herzlich Dankeschön sagen. Damit auch unsere deutschen Leser in den Genuss kommen, was das Ausland über uns berichtet, haben wir Marijana Dokazas Bericht sinngemäß ins Deutsche übersetzt, und an zwei Stellen noch mit ein paar für das Inland sehr wichtigen Informationen ergänzt. Deshalb gilt ein weiteres ganz großes Dankeschön Herrn Damir Perić von der Deutsch-Kroatischen Gesellschaft für die Übersetzung.

 

Alexander Höfer aus Nußloch – Er lebt von Sozialhilfe, um anderen zu helfen!

Die Unterschiede zu schätzen, Dankbarkeit, Verantwortung und der Wille anderen zu helfen, das sind die Schlüsselbegriffe für ein gutes Leben, sagt Alexander Höfer. Es gibt Menschen, die ihr ganzes Leben für andere da sind. Sie sind bereit ihre eigenen Bedürfnisse zurückzustellen. Sie haben sich als Ziel gesetzt, anderen Gutes zu tun, und dafür braucht man sehr viel Kraft. Alexander Höfer hat diese Kraft. Er ist in Heidelberg geboren, hat in Ludwigshafen Sozialpädagogik studiert und wohnt in Nußloch, unweit von Mannheim entfernt. Er ist ein großer Freund der Mannheimer Kroaten. Mit seiner Arbeit unterstützt er deren Kulturarbeit. Außerdem spricht er sehr gut Kroatisch und ist 1. Vorsitzender des Animus Klubs, einem kreativen Verein für Kinder, Jugendliche und Familien.

Er unterstützt Kinder und Jugendliche, besonders benachteiligte, aus dem gesamten Rhein-Neckar-Raum, damit sie ihre individuellen Talente entfalten können. Der Verein unterstützt auch Eltern.

„Wir hatten schon eine Mutter, die kein einziges Gesellschaftsspiel spielen konnte. Wie soll sie ihrem Kind nun ein Spiel beibringen, wenn sie es selbst nicht kann?“ – Es ist schwer Menschen beizubringen gute Eltern zu sein, wenn sie selbst nur sehr wenige soziale Fähigkeiten besitzen!“, so Alexander Höfer.

Er selbst lebt von Sozialhilfe, denn sonst könnte er den Kindern und Jugendlichen nicht wirklich helfen. Ich bin Sozialpädagoge geworden, um Kindern zu helfen, doch in den Einrichtungen konnte ich das nicht wirklich. Ich saß hauptsächlich in Teamsitzungen und habe mit Kollegen über die Probleme der Kinder gesprochen, oder war konfrontiert mit Kollegen, die keine Lust hatten, etwas zu machen. Deshalb habe ich meinen Job aufgegeben und lebe nun von Sozialhilfe, um Programme für Kinder wirklich durchführen zu können.

Die Kroatische Sprache erlernte er wie Gitarrenspielen.

Der Animus Klub besteht schon seit vier Jahren, und wird von drei Personen geführt. Der Klub hat derzeit 35 Mitglieder. Wenn es die Zeit erlaubt, dann nehmen sie an den Programmen teil, unterstützen die Arbeit, und helfen den Kindern bei zahlreichen Projekten. Auch die Kroaten kommen zu ihm, und sind überrascht, wie gut er ihre Sprache spricht. Alexander lernte die Sprache lange vor seinem Studium mit seinen damaligen kroatischen Freunden und mit Hilfe der Musik. Als Jugendlicher war er drei Mal vor dem Krieg zusammen mit seinen Eltern in Istrien im Urlaub. Die Kroaten erlebte er als ein tolles und sehr gastfreundliches Volk. Zwei Jahre lang besuchte er Anfang der Neunziger Jahre eine Kroatische Schule und erlernte dort die Sprache.

Es gibt viele Kinder mit sozialen Problemen

Alexander spricht einige Weltsprachen. Dies ermöglicht ihm, dass er die ausländischen Kinder und Familien innerhalb seiner Arbeit auf ihre Muttersprache ansprechen kann. Dabei stellt er immer wieder fest, dass die ausländischen Familien einen wesentlich stärkeren Familienzusammenhalt besitzen, als die Deutschen. Durch diese Arbeit lernen wir Kinder mit ihren sozialen Problemen kennen, und hierbei ist natürlich der familiäre Zusammenhalt von großer Bedeutung. Bei den Deutschen ist dieser Zusammenhalt nicht in dieser Form vorhanden. Schon als Teenager sind viele Kinder auf sich alleine gestellt. Richtige Hilfe können wir aber nur dann leisten, wenn die Kinder auch die Unterstützung ihrer Eltern erhalten. Dafür ist man nie zu alt.

Die Jagd nach dem Geld verdirbt einiges

Das, was die Deutschen und die Kroaten, aber auch andere Nationen in diesem Land gemein haben, sind der Zeitmangel und die Jagd nach dem Geld. Mit dem ständigen Streben nach immer mehr Geld, verlieren die Menschen automatisch das Gefühl und die Zeit für die Familie und die Verantwortung für ihre Kinder. In den skandinavischen Ländern, zum Beispiel in Schweden, ist das besser geregelt. Ein Elternteil ist berufstätig und finanziert so die Familie. Dieses Modell sollte auch in andere Länder übertragen werden, damit die Kinder am Ende nicht die Leittragenden sind.

Kinder haben sehr viele Ideen. Der Animus Klub bietet ihnen die Möglichkeit diese Ideen auch umzusetzen. Jedoch ist der Klub finanziell sehr eingeschränkt, da er gemeinnützig ist. Trotzdem unterstützen wir die Kinder bei den Dingen, die sie am Meisten interessieren. Wir drehen regelmäßig Filme über unsere Projekte und Ideen. Die Kinder sind dann immer sehr stolz, wenn sie ihren eigenen Film am Ende anschauen können.

Auch bekannte Sänger, Schauspieler und Persönlichkeiten könnten den Klub und seine Arbeit unterstützen. Wenn eine bekannte Persönlichkeit für sie werben würde, dann hätte der Klub noch viel mehr Möglichkeiten den Kindern und Jugendlichen zu helfen.

„Ich lebe für diese Kinder, und dafür, dass sie ein besseres Leben erhalten können. Ich möchte nicht, dass sie den Drogen oder dem Alkohol verfallen. Deshalb werde ich ihnen weiter helfen, denn das Helfen macht mich glücklich!“, erkennt Alexander Höfer.

Autorin: Marijana Dokaza

Übersetzung: Damir Perić und Alexander Höfer

 

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ANIMUS KLUB

Um über das Negative – über Krieg, Mord, Vergewaltigung und Totschlag – einen sehr guten Bericht zu schreiben; dafür benötigt man keinen guten Journalisten. Aber um über etwas Positives – etwas Schönes – einen sehr schönen Artikel zu verfassen, bei dem man nicht schon nach dem dritten Satz einschläft, oder das Gefühl hat – Den habe ich doch letztes Jahr schon einmal gelesen! – dafür bedarf es eines Genies! – (Alexander Höfer)

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