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(670) Györgytarló 2019 – (1)

Eine reiche Tierwelt! – Ein schönes Zusammenleben! – Ein wundersamer Erdbeerbaum! – Und mittelalterliches Kanonenfutter! – ANIMUS-KLUB organisierte mit einem Déjà-Vu-Erlebnis den Kindern von Györgytarló ein tolles Freizeitprogramm!

Eigentlich wollten wir ja aufgrund der Situation, dass nahezu alle Animus-Klub-Kids über die Pfingstferien mit ihren Eltern im Urlaub waren, eine zweiwöchige Programmpause einlegen. Eigentlich. „Doch mal ehrlich. Macht eine Pause in der sozialen Jugendarbeit in der heutigen Zeit, in der die Kinder dann als Alternative häufig aufgrund von Langeweile sehr gerne zu den Medien oder den Spielkonsolen greifen, überhaupt einen Sinn?“ – Eigentlich nicht. „Warum sollten wir also nicht mit den wenigen Kindern, die noch zu Hause waren, etwas Schönes, etwas Gutes und vor allem etwas Lehrreiches unternehmen; etwas, das sowohl ihr Leben, als auch ihre sozialen Kompetenzen unheimlich bereichert?“

Eine Freizeit nach Györgytarló zu unseren Freunden, stand ohnehin schon in den Osterferien auf unserem Wunschplan, konnte aber damals aufgrund bestimmter Schwierigkeiten nicht durchgeführt werden. Nun in den Pfingstferien stand diesem Vorhaben nichts mehr im Wege, und wir konnten wieder jede Menge Kleider und Hilfsgüter in die doch sehr ärmliche Region Europas mitnehmen, und gleichzeitig den dortigen Kinder ein schönes Freizeitprogramm organisieren.

So erlebte unser Liam in diesem Jahr einerseits ein Déjà-Vu, andererseits auch eine sehr intensive Freizeit, bei der er viele neue Eindrücke und Erlebnisse mit nach Hause nehmen durfte.

Gleich vorweg, viele Menschen sind im letzten Jahr aus Györgytarló weggezogen. Zwei sehr gute Bekannte unseres Vorsitzenden Zsóka Nagy-Tóth (39) und István Szuhai (46) sind ganz plötzlich und unverhofft im Frühjahr verstorben. Györgytarló 2019 war also wieder wesentlich mehr, als nur eine Freizeit. Es war vor allem eine Anteilnahme am Leben und dem Zusammenleben der dortigen Menschen, die in dieser Region nicht gerade mit Glück oder Reichtum beschert sind, und tagtäglich mit sehr vielen existentiellen Problemen zu kämpfen haben; Schwierigkeiten, die wir hier bei uns in Deutschland, so, oder zumindest in dieser Intention nicht wirklich kennen.

Nach gut 15 Stunden Fahrt im Dorf angekommen, wurden wir gleich einmal aufs Herzlichste empfangen, und zum 12. Geburtstag von Liams Freund Misi Takács eingeladen. Ein Geburtstag ist in Györgytarló etwas ganz Besonderes, wie wir bereits im letzten Jahr erleben durften. Vor allem kommen immer sehr viele Gäste, heute sogar gleich 30 (?!). So brutzelten den ganzen Tag über die Kochtöpfe auf Hochtouren. Natürlich gab es zur Feier des Tages das traditionelle Gulasch vom Feinsten als Vorspeise, und auf Wunsch des Geburtstagskindes, Wiener Schnitzel und panierte Hähnchenflügel als Hauptgericht.

Doch zuerst durfte Liam die Bekanntschaft mit Misis neugeborenen Kätzchen machen. Während er sich intensiv mit den süßen Kleinen beschäftigte, füllte sich der Garten ganz langsam mit den Partygästen. Aber auch ungeladene oder besser gesagt unliebsame „Gäste“ gesellten sich zu uns. Die Rede ist von Schnaken. So viele aggressive Stechmücken wie in diesem Jahr gab es in der Region rund um Györgytarló noch niemals, und der Bürgermeister Istán Oláh informierte schon ein paar Tage vor unserer Ankunft den Katastrophenschutz, weil sich diese „Biester“ mittlerweile zu einer richtigen Plage entwickelten.

Nach einer Drohnenpräsentation unter der Abenddämmerung, folgten das lautstarke musikalische Ständchen der Gäste und die feurige Überreichung der beiden Geburtstagstorten an das Geburtstagskind.  

Der zweite Tag begann dann mit einem Einblick in die reiche Tierwelt von Györgytarló. In diesem Jahr hatte Liam richtiges Glück, denn in den letzten Wochen wurden fast überall kleine Kätzchen geboren. So hatte unser Katzenliebhaber gleich mal seine helle Freude bei den Kajatis. Drei bildschöne Babykätzchen durfte er hier „herumnudeln“, auf den Arm nehmen, oder ihnen sanft über die kleinen Köpfchen streicheln. Einfach nur süß, diese Kleinen.

Neben den Kätzchen, stand natürlich auch Osta, der geniale Hund der Kajatis im Mittelpunkt des Geschehens, und Liam ließ den unermüdlichen Superhund gut 30 Minuten lang beim Ballspielen durch den Garten sausen wie eine Rakete.

Wenig später kamen wir bei den Gáspars in den Genuss die gerade mal drei Wochen alten Babyhunde zu bewundern. Die drei, die ein wenig Ähnlichkeit mit Floh, dem Hund unseres 1. Vorsitzenden aufweisen, freuten sich riesig über unseren Besuch, und wollten gleich mal zusammen mit Liam auf Entdeckungsreise gehen. Bei den Gáspars gab es aber neben den Hunden noch eine weitere ganz besondere Attraktion, nämlich einen Erdbeerbaum. „Ja, ihr habt richtig gehört!“ – Ein Erdbeerbaum, der längliche, teils dunkle Beerenfrüchte trägt, die sich geschmacklich nur gering von den Originalen unterscheiden, steht ein wenig abseits des Hofes. Natürlich durften wir auch von dieser Köstlichkeit probieren.

Danach war es Zeit zum Fußballspielen. Fußballspielen auf dem „Rasenplatz“ des Dorfes, ist immer ein tolles Erlebnis. Hier spielen Groß und Klein zusammen mit Gut und „Ich-kann-etwas-Kicken“. Es ist eigentlich mehr Bolzen, und Kick’n’Rush, denn Fußballspielen. Mehr Fun, als Ernsthaftes, aber auch mehr Geselligkeit und Miteinander, denn Gegeneinander. So hatte Liam, der ja kein großes Fußball-Ass ist, überhaupt keine Schwierigkeiten mitzuspielen, und sich teilweise auch ganz gut zu behaupten.

 

Der dritte Tag stand ganz im Zeichen der Kultur und der Kulinarik. Pfingsten wird ja in Ungarn wesentlich größer gefeiert, als bei uns in Deutschland. Dementsprechend gibt es in Sárospatak, dem einstigen Sitz des Nationalhelden Ferenc Rákoczis, jedes Jahr eine große Pfingstfeier. Hierzu haben wir unsere beiden Freunde Marcel und Renátó eingeladen, auch deshalb, weil die beiden Jungs vor gerade mal vier Wochen ihre junge Mutter durch den Krebs verloren haben. In Sárospatak angekommen, mussten wir allerdings feststellen, dass sich die Feierlichkeiten heuer primär nur noch auf den Samstag beschränkten, und ein paar kleinere Highlights sonntags stattfanden, aber am Ostermontag außer dem Gottesdienst keinerlei Attraktionen aus dem Mittelalter mehr geboten wurden.

So mussten wir notgedrungen umdisponieren, und luden die beiden Jungs zum Spaghetti- und Pizzaessen ein. Das war zwar nicht ganz das Gleiche, aber vergleichbar gut.

Mit Tiere streicheln und Fußballspielen, ging am späten Nachmittag auch dieser Tag zu Ende. Fortsetzung folgt…

Bilder: Alexander Höfer

 

 

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