(471) Zusammen klappt’s (8)


Cola-Flasche, Knäckebrot und Lippenstift! – Wie verwandle ich Gegenstände in Kunstwerke, oder wie nagle ich Kunst an die Wand? – Zusammen klappt’s geht in die achte Runde!

      

Seit Jahren gehört die Workshop-Reihe „Zusammen klappt’s“ des Ludwigshafener Hackmusems schon zu unserem festen Programmbestandteil, und das auch mit gutem Grund, können unsere Kinder doch bei dieser Veranstaltung lernen, wie sie ihre Kreativität fördern und ihren Gedanken und Ideen freien Lauf lassen.

Dieses Mal stand der Workshop unter dem lustigen Motto „Cola-Falsche, Knäckebrot und Lippenstift“, und wir waren sehr gespannt darauf, was sich die Museumspädagogin Anja Guntram heute wieder für uns ausgedacht hat.

Der Umbau für die neue Ausstellung noch in vollem Gange, ging es heute mal wieder in einen Teil der Dauerausstellung, und zwar in den, indem einerseits Stillleben und andererseits auch eine besondere Form von Stillleben herrschte. 

Stillleben sind ja Kunstwerke, die Landschaften – Blumen, Früchte, Häuser, oder wie zum Beispiel die Bücher auf unserem Bild links – authentisch widerspiegeln. Beim Stillleben ist alles, mehr oder weniger, bewegungslos auf dem Bild positioniert, so ähnlich wie bei einer Fotografie.

Anhand eines Gemäldes ließ Anja nun wie immer die Kinder die Situation betrachten und das Gesehene verinnerlichen. Da gab es zum einen Früchte, zum anderen Gläser und Krüge, sowie auch ein Paar Handschuhe, die auf einem Tisch lagen.

Das besondere Stillleben, das sich derzeit im Wilhelm-Hack-Museum befindet ist ein dreidimensionales, denn es gab irgendwann im letzten Jahrhundert Künstler, die das bisherige Stillleben als langweilig empfanden, und anfingen, dieses aus Gegenständen zu erstellen. Sprich, die Künstler gingen her und nahmen Gebrauchsgegenstände und fügten diese zu einem neuen Kunstwerk zusammen.

Besonders für Kinder interessant, ist das aufgeklappte Spiegelkunstwerk, das spiegelverkehrt angeordnet allerlei „Krimskrams“ enthielt, darunter Spielzeuge, wie Mensch-Ärger-dich-nicht-Männchen und Haushaltsutensilien wie zum Beispiel einen Rasierpinsel oder einen Rührbesen. Das Kunstwerk wurde also exakt von der rechten auf die linke Seite kopiert oder umgekehrt. Hier ließ Anja die Kinder wieder Sachen entdecken und auch einen Fehler suchen. Eine Figur war nämlich nicht genau spiegelverkehrt angeordnet, oder besser gesagt, sie fehlte. Diese, so Anja, sei irgendwann einmal abhandengekommen, und könne derzeit auch nicht wieder erneuert werden, da man zur Restaurierung exakt das gleiche Männchen aus genau dieser Zeitepoche benötigt. Dieses sei derzeit leider nicht erhältlich, und alternativ ein anderes nehmen, wäre eine Art Kunstfälschung. So etwas macht man nicht.

Beim genaueren Hinsehen, zeigte sich das Bild nicht nur spiegelverkehrt, sondern aufgrund der Spiegelstellung insgesamt vier Mal. Selbst die Kinder wurden, je nachdem an welcher Stelle sie saßen, vier Mal gespiegelt.

Ganz nach dem Motto: „Ich nagle dich an die Wand!“, ging es weiter zu einem Schlüsselkunstwerk, das ein wenig aussah, wie eine Pastete, die man an die Wand geklebt hat. In einer durchsichtigen, Gelee-ähnliche Masse wurden Schlüssel, aber auch ein paar andere Gegenstände zu einem Kunstwerk zusammengegossen. Auch hier durften die Kinder Detektivspielen, und Sachen suchen, die nicht ins Gesamtbild passten.

Ein Schülerpult aus den Vierzigern, das senkrecht in einer Glasvitrine hing, und Alltagsgegenstände aber auch Kriegsmaterialien enthielt, war das letzte Kunstwerk des neuen und besonderen Stilllebens, das uns Anja vor Augen führte, bevor sie mit uns ins Atelier ging.

Dort erwarte uns ein riesiger Stapel Bücher, und die Museumspädagogin erklärte uns nun, wie wir diese zu neuen Gebrauchsgegenständen umfunktionieren – zweckentfremden – können. Sowohl als Briefhalter für den Tisch, als auch für die Wand, oder „einfach“ nur als ornamentes Kunstwerk mit rüschenförmige Erhebungen. Diese Vorschläge hatte Anja für uns parat. Des Weiteren hatten wir die Möglichkeit eine kleine Gipsfigur zu erstellen und anzumalen, oder einfach nur das zu erstellen, was uns gerade in den Sinn kam.

Die Eindrücke der Ausstellung immer noch gegenwärtig, suchten wir erst einmal nach einer passenden Idee, und fingen dann an, die Bücher in ein neues Outfit zu bringen. Fleißig wurde nun einen Seite nach der anderen gefaltet oder als Röllchen erstellt, ganz so, wie es uns beliebte. Malen oder Kleben wollten wir heute mal nicht, sondern wir ließen uns leiten von den neuen und bisher noch unbekannten Ideen, die uns Anja hier im Atelier ans Herz legte.

      

Jede einzelne Seite eines ganzen Buches feinsäuberlich zu falten, so dass sie am Ende ein fächerähnliches Gebilde ergeben ist jede Menge Arbeit. So waren wir dieses Mal gut 45 Minuten damit beschäftigt die gut 200 Seiten in ein Kunstwerk zu verwandeln. Danach noch kurz die äußeren Seiten passend abschneiden, und fertig war der „Liebesbriefe-Sammel-Halter“ unserer Mädchen. Ob sie allerdings tatsächlich so viele Briefe von ihren Verehren erhalten werden, um diesen zu füllen; das ist ein andere Geschichte, die wir euch vielleicht irgendwann einmal, hier auf unserer Homepage erzählen werden.

 

 

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ANIMUS KLUB

„Ich habe nicht alles gesagt, aber ich habe alles gemalt!“ – (Pablo Picasso)

      

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