(527) Die Anatomie des Glücks


ANIMUS-KLUB-KIDS bekamen eine lehrreiche Faszination in den Heidelberger Körperwelten, und beschäftigten sich als Junior-Doktoren intensiv mit der Anatomie des Körpers!

Seit September 2017 ist die neue Ausstellung „Die Anatomie des Glücks“ der Körperwelten in Heidelberg im Alten Hallenbad zu sehen. „Glück!“ – „Wer hätte das nicht gerne?“ – Oder anders gefragt: „Was ist eigentlich Glück?“ – Ist es der Gewinn im Lotto? – Der Traumjob? – Das Erzielen eines Tores bei einem Fußballspiel? – Die gute Gesundheit? … „Oder bedeutet Glück einfach nur glücklich sein?“ – … Glück hat offensichtlich sehr viele Seiten, und Glück bedeutet auch für jeden etwas anderes. Auf jeden Fall erweckt Glück, wie uns das auch das Eingangs-Video der Ausstellung eindrucksvoll zeigte, sehr gute und positive Gefühle in uns, die sich unmittelbar, sowohl auf unseren Körper, als auch auf unseren Geist übertagen. Wenn wir glücklich sind, dann sind wir wesentlich motivierter etwas zu machen und auch gesünder, als wenn wir unglücklich sind.

Auch wir sind sehr glücklich, dass wir mittlerweile Kinder und Jugendliche in unseren Reihen haben, für die Lernen, Weiterbildung, Wissbegierigkeit und das Erleben besonderer Momente, sowie interessanter Aktivitäten an erster Stelle stehen, und daraus resultierend so großartige Vorschläge machen, wie zum Beispiel die Heidelberger Körperwelten zu besuchen. Dieses Programm stand nämlich nicht wirklich auf der Agenda unseres Vorstandes, zumal in der Ausstellung ja auch plastische Leichen als Kunstwerke zu sehen sind. Und das ist halt nicht jedermanns, oder jedes Kindes Sache. Wobei, andererseits, hat auch schon die erfolgreichste und bekannteste Heavy-Metal-Band der Welt IRON MAIDEN in den Achtzigern und Neunzigern mit plastischen Toten auf den Covern der Alben „Somewhre In Time“ – „Seventh Son Of A Seventh Son“ – „No Prayer For The Dying“ und „The X-Faktor“ sehr vielen Musikliebhabern das Schaudern gelehrt. So stand diesem Programmvorschlag unserer Kiddies überhaupt nichts im Wege, zumal ja auch das Lernen und die Wissenserweiterung direkt im Mittelpunkt stehen.   

          

Das Verfahren Leichen zu plastinieren, wurde 1977 von dem Anatom Gunter von Hagens entwickelt, und war zu dieser Zeit in Fachkreisen äußerst umstritten. Dementsprechend löste auch die erste Ausstellung von plastinierten Leichen Mitte der Neunziger sehr große Stürme der Entrüstung seitens der Bevölkerung aus. Van Hagens provozierte und polarisierte unweigerlich mit seiner Kunst, erhielt aber dadurch gleichzeitig jede Menge Aufmerksamkeit der Presse für sein Werk. Heute haben sich die einstigen Wogen geglättet, und die Fachwelt erkennt zunehmend die wichtige medizinische Bedeutung dieser Arbeit, zumal die Besucher einer Ausstellung nicht nur einen tiefen Einblick in das Innenleben des Körpers und des Nervensystems erhalten, sondern sie bekommen hier auch unheimlich eindrucksvoll vor Augen geführt, wie sich die Organe bei Krankheiten wie Alzheimer, Arterienverkalkung und dem Herzinfarkt etc. verändern.

Die Körperwelten, sind mittlerweile in über 25 Ländern und 120 Städten präsent, und gehören mit bisher über 45 Millionen Besuchern zu den erfolgreichsten Ausstellungen der Welt. So erhielt der Protagonist von Hagens 2013 von den Association of Science-Technologie Centers (ASTC) den Preis für sein Lebenswerk.

Ein Grund mehr für unsere interessierten Kinder, diese Ausstellung einmal live zu erleben, und sich näher mit ihrem Körper, sowie dem Leben, aber auch mit der Morbidität und dem Tod zu beschäftigen. Hierfür bekamen sie sogar ein Rätsel-Büchlein Dr. Junior ausgehändigt, indem sie Fragen zur Ausstellung beantworten mussten.  

Damit wir unsere gewonnen Eindrücke sowohl unseren Lesern, als auch vielleicht neuen Interessierten unserer Arbeit wie immer ein wenig näher bringen und transparenter vermitteln können, ließ sich unser Vorsitzender Alexander Höfer ein spezielles Bildveröffentlichungsrecht der Pressestelle der Körperwelten geben, wofür wir uns noch einmal ganz besonders bei Frau Jana Engelhardt bedanken möchten.

Nun aber hinein in die Anatomie des Glücks, die derzeit mit zweihundert ausgestellten Exponaten im Alten Hallenbad Heidelbergs präsent ist. Hier haben wir gleich nach Betreten des Ausstellungsbereiches festgestellt, dass wir mit diesem Programm unweigerlich ins Schwarze getroffen haben, denn eine kniende Schützin posierte ehrfürchtig und zielsicher vor uns mit ihrem Bogen.

Horizontal geteilte Gehirnhälften gaben uns einen tiefen Einblick in das Innere unserer Schaltzentrale, und ein skelettähnliches Schaubild unserer Nerven machte deutlich, dass auch diese direkt mit dem wichtigsten menschlichem Organ verknüpft sind.

Die Ausstellung bietet also nicht nur einen Querschnitt über unseren Körper, sondern ein lückenloses Gesamtbild, sämtlicher äußeren und inneren Organe, sowie deren Funktionen.

Ein fliegendes Schwein war der nächste Eyecatcher, der auch darauf aufmerksam machte, dass es seit einiger Zeit eine Körperwelt der Tiere gibt. Selbst sogar zwei Elefanten hat van Hagens plastiniert. Diese sind derzeit die größten Plastinationen des Anatoms.

Weiter ging es mit der Funktion des Herzens, sowie dem Thema Bluthochdruck und der berühmten Schamröte. In diesem Teil der Ausstellung konnten wir anhand eines Modells sehen, wie der Herzschlag funktioniert, und gleichzeitig auch mit modernen Geräten unseren Blutdruck messen. Dass unsere Kids das gleich einmal, oder besser gesagt mehrmals ausprobieren wollten, war absolut klar. Dabei waren sie ziemlich überrascht, welche hohen Werte sie doch teilweise hatten. Vielleicht war es die Aufregung, vielleicht auch die enorme Sommerhitze. „Wer weiß?“ – Auf jeden Fall war es für jeden eine neue Erfahrung.  

        

Ein ausgestellter knallroter Kopf zeigte uns, was unter unserer Haut eigentlich passiert, wenn wir vor Scham rot anlaufen. In einem danebenstehenden Schaukasten waren ein gesundes und ein krankes Herz ausgestellt. Hier wurden die Ursachen eines Herzinfarktes und dessen Folgen dokumentiert. Auch der Einsatz eines Schrittmachers wurde erklärt. Ein Begleitfilm zeigte uns zusätzlich wie es eigentlich zu einem Herzinfarkt kommt, und wie sich die Blutgefäße dabei verengen.

Die Anatomie des Glücks ist aber auch eine sehr sportliche Ausstellung, vielleicht auch deshalb, weil Sport und Bewegung Wohlbefinden und teilweise auch Glückshormone ausschüttet. So befinden sich auch auf der unteren Ebene überwiegend plastinierte Sportler in Aktion. Fußballer, Basketballer, Tänzer, Skater etc. faszinierten uns unheimlich.

Daneben gab es eine Zauberkugel, mit der wir die Gesundheit unseres Herzens messen und überprüfen konnten. Parallel dazu sorgte eine interaktive Leinwand für Furore. Diese war nicht nur in der Lage zu erkennen welches Geschlecht wir hatten, sondern auch wie alt wir in etwa waren. Das Besondere daran war allerdings, dass wir immer jünger wurden, sobald wir uns bewegten oder freudig tanzten. „Glück macht also auch jünger!“ – „Wenn ich jetzt noch zehn Minuten weiter freudig und wie verrückt tanze, dann geh ich als zehnjähriger hier raus!“, so unser Vorsitzender.   

Nach so viel glücklicher Unterhaltung wurde es wieder ein wenig ernsthafter, denn wir bekamen etwas zu sehen, das wir noch niemals zuvor gesehen hatten, nämlich die embryonale Entwicklung. „Wie sieht eigentlich ein Fötus nach der ersten Woche aus, und wie nach der achten?“ – Kaum zu glauben, dass aus diesem kleinen etwas nach neun Monaten ein Baby heranwächst. Das Heranwachsen eines Kindes im Mutterleib ist nach wie vor noch eines der größten Wunder der Mutter Natur.

Gegen Ende beschäftigten sich unsere Kinder dann auch mit der Frage, was sie denn vor ihrem Tod noch alles machen möchten, und schrieben ihre Ziele und Wünsche auf eine Tafel. Wie wichtig diese Frage ist, das bekamen unsere Kinder in der Begleitausstellung „Die Grasbeißerbande“ von Sterntaler e.V. ziemlich drastisch vor Augen geführt, denn die darin ausgestellten Werke sind allesamt von Kindern erstellt, die aufgrund ihrer Krankheit dem Tode geweiht sind, oder bereits nicht mehr leben. Botschaften und Fragen wie: „Warum musste ich erst krank werden, damit mein Papa sich um mich kümmert?“ – oder „Was ist, wenn da nichts ist. Ich meine so rein gar nichts!“, stimmten sehr nachdenklich und machten unmissverständlich deutlich, dass das Schicksal nicht beeinflussbar ist, mitunter ganz grausame Wege geht, und dass das Leben dadurch jeden Augenblick vorbei sein kann. Den Tod kann man leider nicht abbestellen.

Wir bedanken uns noch einmal bei Josephine Kollmuss und Jana Engelhardt, sowie dem gesamten Team der Körperwelten für diesen lehrreichen Einblick in die Welt der Anatomie, und das neue Wissen, das wir bei unserem Besuch für unser Leben mit nach Hause neben konnten.

Fotos:

Mit freundlicher Genehmigung der KÖRPERWELTEN Ausstellung www.koerperwelten.de

 

 

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