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(679) Offenes Atelier (1)

Ein Totenkopf-Flügelknochen! – Eine pupsende Hellgrün! – Und eine geniale Blumenflöte! – ANIMUS-KLUB-KIDS bekamen unglaublich viel Kreativität bei ihrem ersten Besuch im Offenen Atelier!

 

Seit dem Frühjahr 2019 bietet das Ludwigshafener Wilhelm-Hack-Museum jeden Samstag von 14.00 – 16.00 Uhr kunstinteressieren Kindern und Eltern die Möglichkeit ihre Kreativität auf ganz eindrucksvolle Art und Weise zu bereichern. Vor knapp drei Wochen beim KinderspektakuLUm beinahe in den Genuss dieses neuen Kunstbausteins gekommen, hatten unsere Kids am letzten Wochenende die erste Gelegenheit in diesem Rahmen zu malen, zu experimentieren und die verrücktesten Ideen zusammenzutragen.

Hier hatte die Museumspädagogin Valentina Jaffé viele unterschiedliche Hölzer für die Kinder bereitgestellt. Da wir sehr früh vor Ort waren, konnten wir uns die geniale Anordnung ernst einmal ganz tief verinnerlichen.

Mit Holz haben wir bei unseren vielen Besuchen im Hackmuseum bisher noch nicht gearbeitet. So war das gleich von Beginn an eine ganz spannende Sache. Holz gibt dem Künstler vor allem die Möglichkeit ein dreidimensionales Werk zu kreieren. Hölzer können ja auf ganz unterschiedliche Arten verbunden werden. Je nachdem, ob man sie zusammenklebt, oder zusammenbindet, entstehen auch jeweils völlig andere Objekt- Gestaltungs- und Bewegungsmöglichkeiten. Anmalen kann man das Holz natürlich auch.

So fingen unsere Ideen bereits lange bevor Valentina mit uns zusammen in die immer noch aktuelle Ausstellung „Gewächse der Seele“ ging, an zu sprudeln, wie verrückt. Die Pflanze ist sowohl ein wichtiger Vertreter des Symbolismus als auch des Surrealismus, und spricht auch unsere Seele an. Pflanzen oder besser gesagt Blumen, sind ein besonderes Zeichen der Freude und Dankbarkeit. Sie sind allerdings auch etwas Vergängliches.

In der aktuellen Ausstellung haben viele Künstler Pflanzen auf ganz fantasievolle Art und Weise zum Leben erweckt, oder zum Leben in einem anderen Körper. Gespenstige Augen blicken uns auf dem Werk „La dernière fôret“ von Max Ernst aus einem Pflanzendickicht an. „Was mag das wohl sein, das uns da mit seinen bedrohlichen Augen anblickt?“ – Ein Fuchs? – Ein Wolf? – Oder gar eine Eule?

Viele fantasievolle Ideen und Gedanken sprudelten bei der Erkundung dieses Bildes spontan aus den Kindern heraus, und so ließ Valentina die Kinder ein ums andere Mal weiter rätseln, indem sie ihnen Fragen zu bestimmten Objekte, Konturen oder auch Schattierungen stellte. Das Werk, bei dem der Künstler die Dekalkomanie – also die Abklatschtechnik – für seine Ausdrucksstärke verwendete, wirkt einerseits düster und unheimlich, andererseits auch sehr fantasieanregend. Irgendwie fühlt man sich in einem Fantasieland à la Roger Dean, der ja auch heute noch Alben-Cover für die große YES-Musiker-Family zeichnet.

In der Ausstellung gibt es mit dem Werk „Vegetation“, ebenfalls von Max Ernst,  erstmals ein „Duales Werk“ zu bewundern. Dual deshalb, weil es nicht nur als Bild an der Wand hängt, sondern ebenfalls als dreidimensionales Objekt zum Anfassen auf einem Sockel bereitliegt.

Die Deutsche Bildungsanstalt blista baute nämlich das zweidimensionale Werk des Künstlers im Rahmen des inklusiven Ansatzes der aktuellen Ausstellung „Gewächse der Seele“ noch einmal räumlich mit Holz nach, und legte dabei nicht nur mehrere Schichten übereinander, sondern versah es auch exakt mit den gleichen Farbkonturen. Das ist natürlich in der Tat Kunst zum Anfassen, und so durften die Kinder dieses Werk auch mit ihren Händen erfühlen und ertasten, um so Ideen für ihr eigenes Kunstwerk zu erhalten, das sie gleich darauf im Offenen Atelier erstellen durften.

Dort angekommen, sprudelten die Ideen noch stärker als zu Beginn. Total verrückte Ideen wie zum Beispiel ein Totenkopf-Flügelknochen kamen zum Vorschein, und großes Gelächter gab es just in dem Moment, als die hellgrüne Acrylfarbenflasche lautstark pupste, anstatt Farbe von sich zu geben.

Ansonsten waren der Kreativität wie immer keine Grenzen gesetzt, und so verwirklichte Viktoria heute das erste Mal ein Kunstwerk, das direkt von der Ausstellung inspiriert war, nämlich, sie erstellte eine Blumenflöte. Hierfür suchte sie sich ein flötenähnliches Holzstück, und versah es mit einem schönen kräftigen Grün. Wenig später verlieh sie ihrem Werk ein richtig fruchtiges und authentisches Aussehen, indem sie orangefarbene Blätter mittels Heißklebepistole am Kopf der Flöte fächerförmig anbrachte. Nun noch zwei, bzw. sogar vier Knopfaugen angebracht, und fertig war das von der Idee her gesehen, ganz einfache aber geniale Werk, das gleich darauf auch Nachahmer fand.

 

Wir bedanken uns sehr bei der Museumspädagogin Valentina Jaffé für diese neuen Inspirationen, und wir sind uns ganz sicher, dass wir auch im Herbst, also nach der Sommerpause, von Zeit zu Zeit wieder bei einem Offenen Atelier vorbeischauen werden.   

Bilder: Alexander Höfer

 

 

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ANIMUS KLUB

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit! – (Karl Valentin)  

 

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