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(791) In 80 Bildern um die Welt

Von Italien über Asien nach Ägypten und Mittelafrika, danach quer durch Amerika und über Japan wieder zurück nach Deutschland! – Die Reiss-Engelhorn-Museen schickten uns in 80 Bildern rund um die Welt!

Wer kennt ihn nicht, den berühmten Film von Jules Verne „In 80 Tagen um die Welt“? – Was im 19. Jahrhundert noch schier unmöglich schien, also in 80 Tagen um die Welt zu reisen, ist heute aufgrund der technischen Möglichkeiten ja problemlos an einem Tag umsetzbar. Bereits Mitte der Neunziger spielte die Rockband Status Quo an einem Tag auf vier verschiedenen Kontinenten jeweils ein Konzert und steht damit im Guiness-Buch der Weltrekorde. Dass es noch schneller geht, aber vor allem auch sehr viel ruhiger, stressfreier und musischer, nämlich in gut einer Stunde sowie in einem Ambiente, in dem man sich rundum wohlfühlen konnte, das durften wir bei unserem letzten Besuch in den Reiss-Engelhorn-Museen erleben.

Hier sind aktuell 80 ganz besondere Reisefotos ausgestellt, die in den letzten zwei Jahrhunderten entstanden sind. Wir betraten das Heilige Land durch die Tür der Schatzkammer des Museums. In goldgelbem Licht erstrahlten die einzelnen Stationen aber auch Zeit-Epochen. So befanden wir uns zunächst einmal in „Bella Italia“. Das berühmte Kolosseum von Rom, der Schiefe Turm von Pisa. Napoli und der Vesuv. Alles Orte, die uns mehr als bekannt waren, und doch erweckten diese Bilder neue Sichtweisen auf die berühmten Gebäude und Plätze.

Der Fokus der Ausstellung lag aber nicht nur auf den Sehenswürdigkeiten, sondern auch auf den landesüblichen Gebräuchen und den jeweiligen Kulturen. „Carretto siciliano“, der Eselskarren aus Sizilien, schön geschmückt und als treues Familiengefährt, gehörte genauso zu der Foto-Vernissage, wie die lustigen Sprüche: „Neapel sehen und dann – Sterben – Nein, sondern Macaroni essen!“ und „Wer zufällig ein Herz und ein Hemd besitzt, der verkaufe dieses, um die Umgebung des Lago Maggiore, Santa Croce in Florenz, den Vatikan in Rom und den Vesuv in Neapel zu sehen. (Zitate: Ida von Hahn-Hahn und Stendhal)

Über Japan, das mit Handkolorierungen aus dem 19. Jahrhundert glänzte, ging es weiter in Richtung der Moderne. London und der Mono-Lake in Kalifornien stellten Fotografien aus den Sechzigern und Achtzigern zu Schau. Wir waren fasziniert von der exzellenten Qualität und der Bildschärfe der Fotos, was in dieser Zeit noch nicht wirklich Standard für Bilder en Couleur war.

Atemberaubend ging es weiter mit den exzellenten Fotos von Fritz Henle, alias „Mr. Rollei“ – Henle erhielt seinen Spitznamen für seine Liebe zu der Rolleiflex-Kamera, und gilt in Kunstkreisen als einer der letzten klassischen freischaffenden Fotografen. Spezialisiert hat er sich auf Urlaubsfotos, die in über 20 Bildbänden erschienen. Hier in der Ausstellung hing quasi eine Art „Best-Of“ oder besser gesagt ein Querschnitt seines Schaffens in gestochen-scharfen Schwarz-Weiß-Fotos.

Unsere Reise rund um die Welt führte uns dann nach Asien. Fleißige Reisbauern, melancholische Bilder am Strand. Gedanken versinken in der untergehenden Abendsonne zu unheimlich emotionalen Momenten. Danach Agonie, Tristesse und Düsternis. Ein Wohnwagen im Abseits, Gespensterschlösser und versinkende Menschen im Flimmern des Tageslichtes oder in den Wogen des Wassers.

Antike Kameras in Vitrinen mit denen entweder Passfotos in den Zwanzigern oder Fotos in den Sechzigern gemacht wurden. Sehr gut erhaltene Einzelstücke, die eine wahrliche Alternative zum Handy darstellten, und, man höre und staune, eine wesentlich bessere Bildqualität boten, als die heutigen Smartphones.

Touristenüberfülle Strände. Die wilden Sechziger- und Siebzigerjahre. Der Anfang der Bedürfnisbefriedigung rund um die Uhr, im Alltag und vor allem in der Freizeit. Der Massentourismus. Das kommerzielle „Arsch-an-Arsch-Feeling“ an den glorreichen Sandstränden der wärmeren Regionen Europas. Das narzisstische zur Schaustellen der Adonis sowie der elitäre „Wir-können-es-uns-halt-auch-leisten-Pöbel“, ohne Scharm mit Kameras pussierend. Ein Abklatsch der sozialen Verrohung, deren katastrophale Folgen, sich heute einerseits in einer satten und regiden Gesellschaft und andererseits im Zerfall der Bildung widerspiegeln.

Dazwischen ein Foto, dessen Lichteinblick Menschen als Strafgefangene zeigt, ganz so, als wollten sie dieser gerade erwähnten und grenzenlos feiernden Meute zeigen, wie gefangen sie in Wirklichkeit in ihrem eigenen Gefängnis sind. Ein kleiner Junge aus dem Senegal machte in einer eindeutigen Pose deutlich, was er von all dem hält. „Ihr könnt mich mal und zwar alle!“ – Die Kinder des Iban-Stammes beeindruckten uns auf ihrer Leiter vor ihrem Langhaus, ganz so als wollten sie uns damit zum Ausdruck bringen, dass es nur gemeinsam aufwärts geht, und nicht als feiernde Egoisten, wie die „Ballermann-Touristen“.

Noch kurz in Ägypten bei der Sphinx vorbei geschaut und ein afrikanisches Wüstenbild genossen, bevor ein Bild-Triptychon das Heilige Jerusalem des letzten Jahrhunderts unsere Expedition durch 80 Bilder beendete.

Wir sagen Dankeschön für diese tolle Reise rund um die Welt und freuen uns auf schon heute auf unseren nächsten Besuch in den historischen Schatzkammern der Reiss-Engelhorn-Museen.

Bilder: Alexander Höfer

 

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