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(648) Kinder-Uni Medizin (1)

Benzin! – Insektenvernichtungsmittel! – Motoröl! – und Rattengift! – Wie gefährlich ist das Rauchen, und wie schädlich sind eigentlich E-Zigaretten und Shishas?

 

Diese und noch mehr interessante Fragen beantwortete Prof. Dr. Sven Schneider den Kindern im ersten Teil der hochspannenden Veranstaltung der Kinder-Uni Medizin im Hörsaal des Chirurgischen Klinikums Mannheim. Unheimlich glücklich darüber, dass wir in diesem Jahr noch vier Karten zu dieser in aller Regel ganz schnell ausverkauften Veranstaltung ergattern konnten, war unser Vorsitzender vor allem sehr stolz darauf, dass wir dieses ultimative Lern-Highlight das erste Mal auch als Animus-Klub-Gruppe besuchen konnten.

Früh angekommen, nahmen unsere hochinteressierten Kiddies gleich mal die anwesenden Doktoren in Beschlag, und fragten den sichtlich überraschten Experten erst einmal jede Menge Löcher in der Bauch. „Fragestellen, Interesse und Neugierde“, sind ja die drei wichtigsten Garanten für das Lernen, und so bekamen unsere Kiddies schon gut 45 Minuten vor dem Beginn der eigentlichen Veranstaltung eine Einführung in die Körperwelt des Menschen, und die beiden Doktoren stellten sich den Fragen unserer Kindern, stellten ihnen ihrerseits aber auch jede Menge Fragen.

Hier zeigten sich unsere Kinder in bestechender Form. So war insbesondere der Kinderarzt Dr. Rüdiger Adam sehr überrascht, über welches enorme und nicht alltägliche Fachwissen unsere Kiddies bereits verfügten, und war regelrecht baff darüber, dass sie nicht nur sämtliche Organe und Blutgefäße, einschließlich Herzklappen erkannten, sondern dass sie auch problemlos Arterien, die Halsschlagader und bestimmte Muskelpartien fanden. „Was wollt ihr später eigentlich mal studieren? – Medizin? – Ihr könnt ja heute schon anfangen!“

Nach einer so tollen aber vor allem lehrreichen Überbrückung der Wartezeit, ging es dann endlich los, und pünktlich um 9.00 Uhr betrat Fred Fuchs, das schlaue Maskottchen den Hörsaal. Jetzt gab es zunächst einmal ein kleines Fotoshooting, bei dem unsere Daniella und unser Yasin nicht nur in den Genuss kamen mit dem Maskottchen zu posieren, sondern auch mit dem Maskottchen und den Doktoren.

Danach übernahm Dr. Sven Schneider das Mikrofon und wollte erst einmal wissen, welche Hobbies die Kinder denn so haben, und mit welchen Dingen sie sich in ihrer Freizeit beschäftigen. Hier wurden sehr viele unterschiedliche Sachen von den Kindern geäußert. Lesen, Tanzen, Musik machen, Lego spielen, mit Freunden spielen, In den Urlaub fahren und natürlich Sport etc.

Gleich darauf machte Dr. Sven Schneider die Kinder darauf aufmerksam, dass die Tabakindustrie genau diese Bereiche ganz geschickt für ihre Werbung benützt. Sie zeigt also auf Plakaten oder in Fernsehspots sehr gerne Menschen in Gesellschaft, im Urlaub – am Strand, beim Sport, beim Musikhören, oder sogar beim Lesen, und erweckt so beim Betrachter oder Zuschauer den Eindruck, dass das Rauchen toll und cool wäre. Tatsächlich ist Rauchen alles andere als toll oder cool. Rauchen ist nämlich extrem gesundheitsschädlich.

Eine Situation, die alle Erwachsenen kennen. In der Pubertät – im Alter zwischen 12 und 16 Jahren – bekommt jeder irgendwann einmal eine Zigarette angeboten. „Das ist der Moment in dem ihr ganz stark sein müsst“, so Dr. Schneider, und das ist oft auch gleichzeitig der Moment, in dem sich entscheidet, ob am Ende die Tabakindustrie oder der Doktor gewinnt.

Derzeit rauchen in Deutschland schon knapp 12% der 14-17-jährigen. Bei den 18-19-jährigen sind es bereits zwischen 28% bei den Mädchen und 35% bei den Jungs.    

Um den Kindern zu zeigen wie schädlich das Rauchen ist, und welche gefährlichen Inhaltsstoffe darin enthalten sind, gab Dr. Schneider als nächstes eine Reihe von sehr merkwürdigen Gegenständen durch die Reihen der jungen Studentenanwärtern. Darunter waren zum Beispiel, Benzin, Batterien, Insektenvernichter, Motorenöl, Rattengift, Scheiben- und Pinselreiniger etc. Die Kinder sollten nun anhand der beigefügten Informationen entscheiden, ob diese Mittel in Zigarette enthalten sind oder nicht.

Was die Kinder gleich im Anschluss überraschte und total verblüffte, war die Tatsache, dass sämtliche Mittel, selbst sogar das Insektenvernichtungsmittel, wenn auch in geringer, aber absolut schädlicher Konsistenz in Zigaretten enthalten sind. In einem anschließenden Versuch zeigte der Doktor anhand einer Haushaltsbürste den Kindern wie eine Lunge eigentlich funktioniert. Die gelben Borsten der Bürste sollten dazu die Fädchen der Lunge repräsentieren. Sie sind dafür zuständig den Körper von Giftstoffen zu reinigen. Um das noch besser zu verdeutlichen, ließ Doktor Schneider von einer Versuchsperson – einem Mädchen – ein Glas Sand über die Bürste laufen, und fuhr gleichzeitig mit seinen Händen über die Borsten, um diese in Bewegung zu versetzen. So verschwand der Sand quasi ganz schnell in die Unsichtbarkeit.

Um nun zu verdeutlichen, wie die Lunge eines Rauchers unseren Körper von Schadstoffen reinigt, präparierte der Doktor nun eine Raucherlunge. Hierfür hatte er ein Glas dickflüssige schwarze Farbe bereitgestellt. Der Inhalt sollte genau die Menge an Teer repräsentieren, die ein Raucher in einem Jahr inhaliert. Um den Inhalt nun auf die Bürste aufzutragen, verwendete Doktor Schneider eine Spritze. Nachdem die Raucherlunge fertig war, ließ das Mädchen wieder Sand über die Borsten laufen, und die Kinder konnten feststellen, dass die Borsten diesen nicht vollständig, oder besser gesagt, so gut wie überhaupt nicht abstoßen konnten. Die Giftstoffe bleiben also in unserem Körper. Genau das macht das Aufhören des Rauchens auch so schwierig. Der Körper braucht das Gift, und ist süchtig nach den giftigen Inhaltsstoffen.   

Genauso giftig wie das Rauchen von Zigaretten, sind auch die E-Zigaretten, und noch giftiger die Shishas. Diese enthielten zwar kein Tabak, aber die Inhaltsstoffe, sowohl einer E-Zigarette, als auch und insbesondere einer Shisha, seinen für die Lunge reinstes Gift. „Das Rauchen von nur einer Shisha ist übrigens von seiner Schädlichkeit genauso schlimm, wie das Rauchen einer ganzen Schachtel Zigaretten!“

Als abschreckendes Beispiel des Rauchens zeigte Dr. Schneider den Kindern noch zum Schluss seines interessanten Vortrages verschiedene Staub- und Raucherlungen – für uns ein kleines Déjà-vu aus den Körperwelten – und er gab den Kindern auch sehr viele Anreize mit auf ihren Lebensweg, überhaupt nicht mit dem Rauchen anzufangen, und wie sie stattdessen ihr Geld sinnvoller anlegen könnten, als in Zigaretten, denn ein Raucher „verplotzt“ innerhalb von 10 Jahren stolze 20.000 Euro. Fortsetzung folgt. …

Bilder: Alexander Höfer

 

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