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(705) 18. Historische Kartoffelernte

Kartoffelsuppe! – Kartoffelpuffer! – Bratkartoffel und Pommes! – Die Dreschgemeinschaft Dühren bot eine lehrreiche und schmackhafte Veranstaltung rund um die Kartoffel und ihre Herkunft!

 

Eigentlich wollten wir ja etwas ganz anderes machen, aber wie das nun mal so ist im Leben, es klappt nicht immer alles so, wie man es gerne hätte, und dementsprechend mussten wir unseren geplanten Ausflug nach Wissembourg leider verschieben, gleichzeitig aber auch auf unsere ganz große Stärke zurückgreifen, nämlich, spontan ein Programm zu verändern und ein geniales Alternativangebot aus dem Hut zu zaubern. Aufgehoben ist aber nicht aufgeschoben, und wenn wir als spontane Alternative eine so großartige und lehrreiche Veranstaltung wie den 18. Historischen Kartoffeltag von der Dreschgemeinschaft Dühren geschenkt bekommen, dann freuen wir uns natürlich gleich doppelt, denn dann wir können aufgrund unserer absolut freien Vereinsstruktur unseren Mitgliedern sogar noch ein Programm mehr anbieten, wie geplant.

In Dühren, einem Vorort von Sinsheim, waren wir bisher noch nie. Und jeder Ort, an dem wir noch nicht waren, ist generell sehr interessant für uns, gleichwohl auch die Anpreisung der Veranstaltung, dass wir hier zusätzlich noch einen Einblick in die Historie der Kartoffel bekommen würden.

Die Kartoffel kommt ja ursprünglich nicht, wie viele meinen, aus Deutschland. Nein, sie stammt aus Südamerika und wurde im Mittelalter nach Europa importiert. Die Kartoffel hatte es aber anfangs sehr schwer sich hier in unserer Gesellschaft zu etablieren. Zu sperrig und aufwendig erschien den Menschen anfangs dieses „neue“ und merkwürdige Gemüse. Heute ist die Kartoffel, insbesondere bei unseren kulinarischen Spezialitäten, nicht mehr wegzudenken.

„Kartoffelsalat, Kartoffelbrei, Bratkartoffel, Salzkartoffel, Kartoffelauflauf, Kartoffelpuffer, Kartoffelsuppe … Die Liste der vielfältigen Speisen, die wir mit der Kartoffel zubereiten können, ist riesig. Überhaupt: „Was wäre eine Festlichkeit ohne Pommes für die Kinder?“ – Ja, die Kartoffel ist in den letzten 450 Jahren zu einer ganzen festen Größe auf unserem Esstisch geworden.

„Doch wie wurde die Kartoffel im Mittelalter eigentlich geerntet, und wie wird dieser Prozess heute durchgeführt?“ – Genau diese Entwicklung – von der Anfangszeit bis heute – bekamen wir bei der 18. Historischen Kartoffelernte von den Verantwortlichen der Dreschgemeinschaft Dühren eindrucksvoll präsentiert. So erwarteten uns vor Ort zunächst einmal eine Reihe von unterschiedlichen Traktoren, aber vor allem museumstaugliche Pflüge und Ackerfräsen.

Hier hatten wir zunächst einmal die Möglichkeit uns bei Fachleuten über die Leistungen und Einsatzmöglichkeiten der einzelnen Traktoren und Maschinen zu informieren.

 

Wir erfuhren, dass jeder Traktor anders ist, und zu anderen Zwecken eingesetzt wird, und dass die einzelnen Pflüge aus unterschiedlichen Zeitepochen stammten.

In der anschließenden Vorführung zeigten uns die Verantwortlichen dann die komplette Entwicklung der Kartoffelernte. Im Mittelalter gab es natürlich noch keine Maschinen. So wurde die Kartoffel von Hand gelesen. Wie das funktionierte demonstrierte uns jetzt eine Gruppe von Bauern. Ausgestattet mit Haken und Schaufeln machten sie sich ans Werk und gruben die Kartoffeln aus der Erde. Hierbei konnten sie natürlich sofort die faulen Kartoffeln aussortieren. Dementsprechend landeten nur die guten und unbeschädigten Kartoffeln im Körbchen.

Weiter ging es mit der ersten maschinellen Präsentation. Hier wurde ein Pflug vorgeführt, der von einem Traktor gezogen wurde. Ein kräftiger Bauer justierte den Pflug über das Feld, und bohrte so die Kartoffeln aus der Erde. Da der Pflug mit einer unglaublich großen Wucht agierte, wurden bei dieser Methode natürlich sehr viele Kartoffeln beschädigt. Das einst neue Arbeitsgerät war also nicht wirklich für die Kartoffelernte zu gebrauchen, legte aber den Grundstein für weitere maschinelle Verbesserungen.

Als nächste bekamen wir nun Pflüge präsentiert, die die Kartoffeln wesentlich sanfter aus der Erde herausbeförderten, und sie danach seitlich wegkatapultierten. Bei dieser Methode wurden schon wesentlich weniger Kartoffeln beschädigt, allerdings wurde hierbei unheimlich viel Staub aufgewirbelt, und die Kartoffeln flogen kreuz und quer über das Feld, was wiederum zur Folge hatte, dass das Aufsammeln der Kartoffeln aufwendiger wurde.

Dennoch wurde dieses Verfahren der Kartoffelernte im Laufe der industriellen Revolution immer stärker verbessert, sodass irgendwann dann Maschinen entstanden, die die Kartoffeln ganz vorsichtig aus dem Boden gruben, und über ein Förderband für die Bauern in Behälter ablegten.

Neben den hochinteressanten Vorführungen gab es am heutigen Tage natürlich auch Kartoffelspezialitäten zu Essen. Eine richtig schmackhafte Kartoffelsuppe, entweder grob oder püriert, zubereitet in einer Tschechischen Militärgulaschkanone, war nicht nur ein absoluter Eyecatcher, sondern auch ein unheimlicher  Gaumenschmaus, genauso wie die großartigen Bratkartoffeln mit Speck und Spiegelei. Das alles, gab es zu ganz fairen und familienfreundlichen Preisen. Keine Abzocke, wie auf den kommerziellen Straßenfesten oder in den „High-Tech-Erlebnisparks“. Es war einfach ein wunderschönes und vor allem nachhaltiges Fest, das insbesondere Kindern und Jugendlichen, die Historie der Kartoffel und den großen Wert der Landwirtschaft näher brachte.

Wir sagen Danke für diesen eindrucksvollen, lehrreichen und sehr schmackhaften Sonntagnachmittag.

Bilder: Alexander Höfer

 

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