(534) Dîner en blanc


Ruhe und Geselligkeit an einem wunderschönen Sommerabend! – Chaiselonge und Amici d’Italia luden im Johannes-Schrey-Haus zum berühmten Dinner in Weiß!

Vor genau 30 Jahren entwickelte der Franzose François Pasquier den wohl ersten Flash-Mob der Geschichte in Paris. Das Dinner in Weiß, zu dem auch heute noch jährlich mehrere Tausend Menschen in Frankreichs Hauptstadt pilgern, um gemeinsam zu essen, zu trinken und einen friedvollen Abend zu genießen, oder neue Leute kennenzulernen. Einzige Regel: „Alles in Weiß“.

Das Dinner in Weiß, das zu Beginn noch spontan durchgeführt wurde, erfuhr sehr schnell Nachahmer, und so gibt es dieses wunderschöne Event auch bei uns in Deutschland und hin und wieder in der Metropolregion Rhein-Neckar, so wie dieses Mal von dem gemeinnützigen Verein Chaiselonge in Kooperation mit den Amici d’Italia im Viernheimer Johannes-Schrey-Haus organisiert.

Da es sich bei dem Dîner en blanc um ein nicht kommerzielles Fest handelt, zu dem jeder seine Sachen selbst mitbringen muss, steht es schon seit ein paar Jahren ganz oben auf unserer Wunschliste. Der Zufall wollte es, dass es leider immer wieder an Tagen stattfand, an denen wir bereits ein anderes Programm auf unserer Agenda stehen hatten. Aber wir waren uns ganz sicher, dass irgendwann einmal der Tag kommen wird, an dem wir auch an diesem besonderen Dinner teilnehmen können, und so warteten wir ganz geduldig auf diesen Moment.

Wie bereits erwähnt, muss jeder seine Sachen selbst mitbringen, also nicht nur Essen und Trinken, sondern auch Tische und Stühle, Tischdecken und Geschirr, und alles natürlich am Besten in Weiß. So war im Vorfeld eine kleine Vorbereitung notwendig, damit auch wir einen würdevollen Beitrag zu dem Gelingen dieses Abends beitragen konnten.

Früh losgefahren, gab es zunächst einmal ein Déjà vu, denn Viernheim liegt ja bekanntlich in Hessen, und ähnlich wie vor ein paar Wochen bei unserer Expedition nach Lautertal erlebt, waren die Ausschilderungen, gelinde gesagt, sehr dürftig. So begann wieder einmal das berühmte Osterhasenspiel, obwohl wir uns nur um eine Querstraße verfahren haben. Unzählige Menschen, Anwohner und Einheimische fragten wir nach dem durchaus großen Hessischen Diakoniezentrum, dem Johannes-Schrey-Haus, und wie durch ein Wunder, konnte uns keiner sagen, wo es ist. Mit der Empfehlung umzudrehen, und immer geradeaus weiterzufahren, stießen wir frontal auf eine unpassierbare Häuserfront, und ein Anwohner, den wir allerhöchstens fünfzig Meter vor unserem Ziel – der Maria-Mandel-Straße – ansprachen, schaute uns nur äußerst verdutzt an, zuckte die Schultern und fragte uns, ob das Diakoniezentrum eine spezielle Herzklinik sei. Gleichzeitig teilte er uns mit, dass er noch niemals von so einem Zentrum gehört hätte.

So erheiterte uns unser Vorsitzender im weiteren Verlauf auf der Suche nach dem Ziel mit der Bemerkung: „Nein, das ist keine Herzklinik, das ist das Zentrum für alle Viernheimer, die nicht wissen, wo sie wohnen!“ … Zwei Grundschüler wiesen uns schließlich den richtigen Weg, und so hatten wir noch alle Zeit der Welt, um aufzubauen, und unser Tischlein edel zu decken.

Gut hundert Besucher waren an diesem lauen Sommerabend in das Behindertenheim gekommen, um zusammen mit den Bewohnern in einem anmutigen Ambiente zu entspannen und passenden Klängen zu lauschen. Hierfür hatten die Verantwortlichen die Gruppe Herbys World engagiert, die uns ab 19.00 Uhr mit einer sehr schönen Mischung aus Akustik- und World-Musik unterhielt.

Mal irisch angehaucht, mal den Charme des französischen Chansons und eigener Valses Musettes touchiert, erfüllten fortan wundersame Lieder das kommunikative Dinner. Ja, einfach Mal runterkommen von dem Alltagsstress, die Seele baumeln lassen, entspannen und richtig chillen, und dabei richtig genießen, das haben wir uns nach einer so ereignisreichen Zeit redlich verdient. Und hier haben wir auch ganz schön aufgetischt, um uns rundum wohlzufühlen. So gab es an unserem Tischlein auch „Weiße Speisen“ zu essen. Mozzarella und Schafskäse, Camembert, Schokolade in Weiß und Baguettes, diese allerdings in Goldgelb gebacken, sowie saftige Melonenstückchen erweckten Augen und Gaumenfreuden.

Je dunkler es wurde, desto romantischer wurde das Dinner. Kerzenlicht entzündete sich bereits in der Dämmerung, und die Flammen flackerten in der leichten Brise des Abendwindes andächtig hin und her. Eine Harfenspielerin vollendete mit ihrem zauberhaften Spiel und ihrer wunderschönen Stimme das ideale Dinner-Ambiente, sodass das zusammen Speisen und zusammen Reden zu einem ganz großen Erlebnis wurde.

Marlons Zylinder trug dann noch zur Unterhaltung bei, denn unser Vorsitzender Alexander Höfer zauberte aus ihm für die behinderten Menschen ein paar Schokoladenriegel. Das Dinner in Weiß war vor allem für die Bewohner des Heimes ein ganz großes Ereignis, und so unterhielt uns auch der berühmte Karl-Heinz bestens mit Mundharmonika-Songs à la „Oh Susanna“ und „Old Lang Syne“

Der angenehm-kühle Abendwind erfrischte mittlerweile die Luft so sehr, dass er unseren Marlon auf einem Liegestuhl in weiße Kuscheldecken hüllen ließ. Relaxen und Genießen auf ganz hohem Niveau. 

Die großartige Eigeninterpretation des Frankie-goes-to-Hollywood-Kultsongs „The Power of Love“ von Harfenspieler Nina Fischer beendete dann im goldenen Kerzenschein vieler Lichter unser erstes, aber bestimmt nicht letztes Dîner en blanc. Wir sagen den Verantwortlichen von Chaiselonge, sowie den Amici d’Italia und dem tollen Team der Lebenshilfe Vierheim rund um den Vorsitzenden Robert Miltner, vielen Dank für den unvergesslichen Abend, den sie uns im Johannes-Schrey-Haus bescherten.

 

 

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ANIMUS KLUB

Weiß ist eigentlich keine Farbe, sondern ein Zustand von Reinheit, Vollkommenheit, Licht!

     

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