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Der Animus Klub e.V. ist ein internationaler Lern-, Spiel- und Freizeitverein für die ganze Familie und fördert Kinder und Jugendliche aus der Metropolregion Rhein-Neckar in ihren besonderen Talenten. Er steht unter dem Motto: „Ich kann etwas! – Ich will etwas! – Ich mache es!
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(776) La restauration du l’art

Wie restauriert man ein Ölgemälde? – Wie muss man die Farben hierfür zusammenmischen und welche Regeln muss man dabei beachten? – ANIMUS-KLUB machte im Atelier Palitra aus einem Fauxpas ein lehrreiches Projekt!

Bei unserem letzten Cool-Down-Weekend beschädigten unsere Mädchen versehentlich ein Ölgemälde im Wohnzimmer unseres Vorsitzenden. Guter Rat schien im ersten Moment teuer, denn die Farbe war an einigen Stellen so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sogar die weiße Leinwand darunter deutlich zum Vorschein kam. Da unsere Kinder regelmäßig Kunstausstellungen besuchen und mittlerweile auch richtig tolle eigene Werke erstellen, wissen sie, wie viel Arbeit, Fleiß und Herzblut in einem Gemälde stecken, und vor allem welchen ideellen Wert ein Kunstwerk besitzt.

Die Beschädigung eines Gemäldes ist mitunter irreparabel, vor allem verliert es durch eine Beschädigung automatisch an Wert. Zwar gehört das Ölgemälde unseres Vorsitzenden nicht zu den Speerspitzen der Kunst, dennoch sollte der Schaden so schnell wie möglich behoben werden, damit das Bild wieder in seinem eigentlichen Glanz erstrahlen kann. Zudem gebührt es ja auch dem Anstand, einen Schaden, den man angerichtet hat, wieder gut zu machen.

„Die Frage war jetzt nur wie?“ – „Wie lässt sich der entstandene Schaden an einem Gemälde wieder gut machen?“ – Die Idee, die beschädigten Stellen einfach mit Filzstiften auszubessern, also zu übermalen, das konnten unsere Mädchen von vorneherein vergessen, da es sich ja um ein Ölgemälde handelte. Also musste der Schaden auch mit Ölfarben beseitigt werden. Mit Ölfarben haben unsere Mädchen  allerdings noch nie gearbeitet. Zusätzlich blieben noch die beiden ganz großen Hauptschwierigkeiten und Fragen offen, nämlich erstens, wie mischen wir die richtigen Farbtöne so zusammen, damit wir den Schaden unsichtbar machen können, und zweitens, wie treffen wir die richtigen Nuancen bei den Schattierungen so genau und exakt wie möglich? – So etwas kann eigentlich nur ein professioneller Maler oder Künstler.

Hier hatte unser Vorsitzender, der ja schon seit Jahren aus Nöten Tugenden macht, eine sehr gute Idee. Er bat unsere Mädchen darum, die Künstlerin Lina Hristova bei der ersten Geburtstagsparty des Atelier Palitras zu fragen, ob sie ihnen zeigen könnte, wie man ein Ölgemälde restauriert, bzw. ausbessert. Da es sich hierbei um ein ganz außergewöhnliches Lernprojekt handelte, war die Künstlerin sofort Feuer und Flamme und bereit den Mädchen dabei zu helfen das Bild auszubessern und ihnen diese besondere Kunstform näherzubringen.

Gleich vorweg, nur sehr wenige Künstler widmen sich der Restaurierung von Kunstwerken. Die Ausbesserung eines Bildes ist ein schwieriges Unterfangen, das sehr viel Geduld und ein sehr gutes Auge erfordert. Damit beginnt gleichzeitig die große Kunst der Restaurierung, nämlich, welche Farben müssen in welchem Mischungsverhältnis zusammengestellt werden, um den exakten oder fast exakten Farbton zu treffen. Ein schier unmögliches Unterfangen, bei den Zigtausenden Farbtönen, die es gibt.

Das Malen mit Ölfarben ist zudem etwas ganz anders als mit Buntstifen, Wasserfarben oder Gouache. Bei unserem Besuch bei Lina erfuhren wir auch, dass unsere Mädchen in der Schule (Realschule/Gymnasium) bisher nur mit Bleistiften, Filzstiften, Wachsmalstiften und Kohle gezeichnet haben. (?!?) Das für das Lernen sehr wichtige Fach Kunst wird in der Schule also nach wie vor schmerzhaft vernachlässigt.

So kamen unsere Mädchen heute also wieder in den Genuss etwas zu erlernen, dass sie, wenn überhaupt, nur in einem Kunststudium oder in einem speziellen Workshop eines Ateliers erlernen können.

Ein erster professioneller Blick auf das Bild und den vorhandenen Schaden, und Lina Hristova wusste sofort, welche Farben sie für die Mischung benötigen würde. Auf einem separaten Brett stellte sie den Mädchen die erforderlichen Farben zusammen und zeigte ihnen nun wie das Mischen funktionierte, und was man tun muss, um die Pigmente so exakt wie möglich zu treffen.

„Hier noch ein bisschen Blau und da noch ein bisschen Gelb, vielleicht noch einen Hauch Schwarz. Wieder das Bild anschauen, und die gerade gemischte Farbe mit der des Werkes vergleichen. Erneut eine Pinselspitze Blau, oder vielleicht auch Mittelblau, dann noch ein Tüpfelchen Gelb, usw.“ –Nach gut einer Stunde hatten Daniella und Viktoria die zu restaurierenden Farbtöne wirklich großartig gemischt, so dass sie nun auf das Werk aufgetragen werden konnten.

Da unsere Mädchen einen riesigen Gefallen an der bisherigen Arbeit empfanden und Ölfarbe ja sofort nach dem Auftragen wieder entfernt werden kann, durften Daniella und Viktoria nun unter der Anleitung von Lina die verletzten Stellen restaurieren. Ganz zart und vorsichtig, mit viel Ruhe und Gefühl tupften sie ihre gemischten Farbtöne auf die Leinwand und übertünchten so die weißen Flecken.

 

Gut zweieinhalb Stunden arbeiteten die beiden ganz fleißig an der Restaurierung des Bildes, und verließen im Anschluss daran voller Stolz auf sich selbst das Atelier Palitra. Und das durften sie auch wirklich sein, denn heute haben sie nicht nur gelernt einen Schaden wiedergutzumachen, sondern gleichzeitig auch noch wie man Ölfarben exakt mischt und ein Bild restauriert. Chapeau!

Wir sagen unserer Lina vielen lieben Dank für diesen tollen Workshop sowie für ein ganz besonderes Meisterwerk, das bald das Licht der Welt erblicken wird und wir freuen uns schon riesig auf unseren nächsten Besuch im Atelier Palitra.

Bilder: Alexander Höfer

 

 

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